Fabian Albani - Gedichte
Scapegoat - 12.11.2000
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Scapegoat



Durch ein fernes Land,
in das ich ward' verbannt,
fließt ein Tränensee,
an dem ich nun spazieren geh'.

Es ist ein trister Ort,
wie gerne würd' ich fort,
geplagt von Leid und Schmerz,
ohne Liebe, ohne Herz.

Die Blumen sind gebrochen,
das Gras ist braun verbrannt,
nur selten kommt gekrochen,
ein Tier aus fernem Land.

Alles liegt in Stille,
begraben unter Schnee,
der einzige Freund die Pille,
Mutter, der erdachten Fee.

Doch niemand kann mich retten,
ohne sich zu verlieren,
niemand sprengt die Ketten,
die meine Hände zieren.

Dir würd's hier nicht gefallen,
hier helfen keine Krallen,
kein gelbes, schwarzes, weißes Schwein,
kein Sündenbock, Du bist allein.

Hier führst Du die letzte Schlacht,
vergiss all Deine Wut,
probier' wie süß der Frieden schmeckt,
und trink Dein eignes Blut.


 

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2001.01.01

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